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Der Gleisbau für Stefanswiesen

Nachdem der Unterbau planeben und rechtwinklig hergestellt war, konnte ich mich jetzt dem nicht weniger aufwendigem Oberbau widmen.

Ich habe in meiner mittlerweile langjährigen Mitgliedschaft im Fremo einige Methoden zur Schienenbefestigung am Modulübergang kennenlernen dürfen. Die am weitesten verbreiteten Bauweisen ist die des verlötens der Schienen auf einer Messingschraube unmittelbar am Modulübergang.

Die letze Schwelle des Gleises wird dabei entweder mit halben Schwellenabstand oder direkt auf die Kante des Modulübergangs gesetzt. In dem ersten Schwellenzwischenraum befindet sich dann eine Messingschraube auf welche die Schienen aufgelötet werden. Bei letzterer Methode bildet sich am Modulstoß, wenn das anschließende Modul genauso aufgebaut ist, eine sogenannte Koppelschwelle. Diese Koppelschwelle(n) findet man bei Strecken mit geschraubten Gleisen vor. Bei der Fremo:87 Truppe ist dieser Übergang weit verbreitet.

Will man eine Strecke mit durchgehend geschweißtem Gleis darstellen führt diese Methode jedoch zu einem Bruch in der Ansicht. Um diesen Bruch zu vermeiden wird dann bei der letzten Schwelle zum Übergang ein halber Schwellenzwischenraumabstand belassen. Dabei entsteht aber fast immer ein mehr oder weniger freistehendes kleine Schienenstückchen bei dem die Gefahr besteht, beim Aufbau mit einem Kleidungsstück oder Ähnlichem hängenzubleiben. Im günstigsten Fall wird dabei nur das Kleidungsstück beschädigt......

Um solchen Havarien vorzubeugen hilft nur gut befestigter und ausreichend vorhandener Schotter oder die von mir bevorzugte Bauweise.

Um eine flächenbündige Überbrückung der Lücke zwischen Schiene und Trassenbrett herzustellen verwende ich 2 x 2 mm Vierkantmaterial aus Messing. Dieses wird auf etwa 3 cm abgelängt und bei etwa 1 cm um 90° gekantet. Nach dem spitz feilen des kurzen Stückes sind diese Krampen in zuvor mit einem Stechbeitel oder einem Cutter hergestellte Schlitze sowie einem mit dem Spitzbohrer oder einem Nagel vorgekörnten Loch einzuschlagen. Der Überstand am Trassenbrett sollte dabei größer 2 mm sein. Um die so noch vorhandene Längenbeweglichkeit der Schienen zu unterbinden wird in etwa 3 bis 5 cm Abstand vom Modulende in einem Schienenzwischenraum ein weiterer Messingvierkant in ein vorgebohrtes Loch geschlagen. Unter zuhilfenahme eines Messingblechs aus 2 mm starkem Material (Schwellenhöhe) als Abstandhalter wird das überstehende Material auf Schwellenhöhe abgefeilt.

Nach dem das Flexgleis mit der notwendigen Anzahl Kabel für die Stromversorgung versehen wurde, habe ich jede zweite Schwelle mit UHU-Alleskleber bestrichen. Eine Gleisschablone aus dem Hause Harald Brosch leistete beim ausrichten des Gleises hilfreiche Dienste. Als alles gut angedrückt und ausgericht war, wurden die Schienen mit den Messingstiften mittels löten verbunden. Vorher habe ich mit einem Spiegel (alter Tipp aus der MIBA) die rechtwinklige Lage des Gleises überprüft.

Bei dem Aufbringen des Parallelgleises habe ich neben dem Stahlineal die Abstandsleeren von NMW benutzt. Am Modulende ist zwingend der Parallelgleisabstand von 46 mm einzuhalten. Da dies in der Praxis aber trotz aller Genauigkeit nie 100 %ig ausreicht, habe ich die Schienen trotzdem noch jeweils innen leicht keilförmig spurerweiternd angefeilt.

Die im Stirnbrett sichtbaren Schlitze konnten nun gespachtelt und geschliffen werden. Nach dem letzen Feinschliff habe ich mit Silbergrau die letzten Spuren beseitigt.

Zum Aufbau der Elektrischen Stromversorgung bin ich den allgemeinen Empfehlungen des Fremo gefolgt wobei ich Laborstecker von Hirschmann benutze da diese sowohl als Stecker wie auch als Buchse zu verwenden sind.

Für das Schottern der Gleise habe ich Kleber wie Material von ASOA verwandt. Ich hatte vor Jahren einmal Experimente bezüglich der besten Farbwirkung von Schotter unternommen. Hierbei stellte sich für mich der beste Farbton bei einer 1:1 Mischung von Gneis- und Diabasschotter sowie einer Zugabe von Gneissplitt ein. Vor dem Einschottern war noch der Randweg aus Gneissplitt herzustellen wobei die Füllstutzen der Wattenscheider nicht vergessen werden durften.

Jetzt kamen die beiden Module mit den Gleiswechseln dran. Die Weichen habe ich entsprechend der in meiner Bauanleitung beschriebenen Vorgehensweise gebaut. Als Besonderheit sei hier jedoch der Einbau der Stellmechaniken beschrieben. Bei den vorbildgerechten Weichen mit 500 m Abzweigradius und einem Abzweigwinkel von 1:14 sind die Weichenzungen mit einem zusätzlichen Mittelverschluss ausgestattet. Dieser Mittelverschluss macht bei der Länge der Weichenzungen auch im Modell Sinn.

Um die Stellmechaniken in der Lage, Tiefe und Ausdehnung genau einzubringen benutzte ich eine Oberfräse die ich mit Anlaufring und eigens für diesen Zweck hergestellter Schablone zum Einsatz brachte. Nach dem Ausrichten der Schwellenroste der Weichen ging ich im Weiteren genauso wie bei den Streckengleisen vor.

Die unterseitige Ansteuerung der Stellmechaniken stellte mich vor ein bisher nicht gekanntes Problem. Durch die Stabilisierung des Trassenbrettes mittels einer 3 cm Traverse ist der Weg zwischen dem Angriffspunkt an der Stellmechanik und dem Motor sehr lang. Trotz etlicher Versuche hab ich für diesen Fall noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Die zur Zeit installierte Variante mittels Fulgurex Antrieb und zweifach gekröpften Hebel zur Überbrückung des Höhenunterschieds hat zwar den ersten Einsatz von Stefanswiesen bei dem Jubeltreffen des Fremo in Alsfeld im Oktober 2006 überlebt jedoch sind Zweifel an der Dauerhaftigkeit durchaus angebracht.

Ich habe beim Umbau von Michelstadt Vbf ebenfalls eine 500 m Weiche anzusteuern und werde die dort gewonnenen Erkenntnisse dann in Stefanswiesen einfließen lassen.

Michael Weinert im Dezember 2006

 

Und das ist jetzt alles meins ?!?!