Die Überleitstelle Stefanswiesen Oder: Hach, ich liebe Kompensationsgeschäfte (Gleich weiter zum Gleisbau von Stw) Ich plan(t)e schon sehr lange an der Erneuerung der Außenanlagen und letztlich auch an einem Stellwerk für meinen Schattenbahnhof Michelstadt (Sbf). Der Entwurf der Außenanlagen gipfelte dann in dem, was man unter Michelstadt Vbf nachlesen kann. Um aber das Stellwerk der Bauform DrS 2 nicht nur optisch sondern auch technisch mit der notwendigen Sicherungstechnik darstellen zu können, brauchte ich jemanden, der sich aufs Programmieren verstand. Unser Verein, der FREMO, zeichnet sich u.a. auch dadurch aus, dass sich dort viele Individualisten der unterschiedlichsten Berufsgruppen tummeln und zusammen finden. Stefan Bormann ist einer von Ihnen. Während eines Treffens kamen wir gemeinsam auf die folgende Idee: Ich baue Stefan den Rohbau einer Überleitstelle mit maßstäblichen 500 m Weichen und er baut mir die Software für mein Stellwerk. Hier möchte ich meinen Teil der „Abmachung“ dokumentieren. Meine erste Aufgabe bestand erstmal darin, eine adäquate Hülle für Stefans zwischenzeitlich erworbenen Original-SpDrS60-Stellwerksteile zu schaffen. Die ebenfalls zu integrierenden elektronischen Bauteile hatte ich dann irgendwann auf meinem Basteltisch. Das Ergebnis meiner Bemühungen kann man nebenstehend bereits sehen. Diese doch recht klobig wirkende Kiste ist inzwischen bis zum Breitenversatz über den Bügelgriffen in einem Ausschnitt eines extra für diesen Zweck hergestellten, modulhöhenkompatiblen Tisches versenkt. Die Bausatzteile für Streckenmodule aus dem Programm von Harald Brosch waren recht schnell zusammengefügt und vor dem Farbanstrich mit RAL 7001 Silbergrau mit mehreren als Grundierung dienenden Bootslackanstrichen beschichtet worden. Ich verwendete wie immer den Bootslack von "Jansen". Dort heißt dieser: "Yacht- & Bootslack". Zu bekommen ist dieser schon seit Jahren bei OBI. Ansonsten könnte die Homepage des Herstellers weiterhelfen. Dort ist auch ein technisches Merkblatt mit den Verarbeitungshinweisen hinterlegt. Ich habe mich immer sklavisch an die Verarbeitungshinweise gehalten und bisher nur beste Ergebnisse erzielt. Warum Bootslack? Nun, wer hat nicht schon beobachtet, dass Holz und Schienen (Neusilber) auf Temperaturunterschiede extrem gegensätzlich reagieren. Bei kühlen und meist auch feuchtem Wetter nimmt das Holz besonders gut Wasser auf und quillt. Metall jedoch verkürzt sich bei abnehmenden Temperaturen. Bei warmen Wetter ist das Verhalten der Materialien genau anders herum, Holz trocknet und schwindet, Metall dehnt sich aus. Ich habe sowohl Lücken von bis zu 6 mm am Schienenstoß als auch Module, die man fast nicht betriebssicher zusammen bekam weil die Schienen extrem überstanden mit eigenen Augen gesehen und mit allen weiteren daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Aufbau erlebt. Jedes mal beschworen die Besitzer hoch und heilig , dass zuhause alles bestens zusammengepaßt hätte. Dem Quellen und Schwinden des Holzes kann man daher recht gut entgegenwirken. Ich baue die Rohbauten der Module meist im Sommer da das Holz dann i.d.R. am trockensten und deshalb gleichzeitig am saugfähigsten ist. Der Bootslack dringt dann sehr schön tief in die Struktur des Holzes ein und hat auch noch den Nebeneffekt, dass das Holz durch das Polyuretan im Lack gehärtet wird. Größere Lücken in den Segmentstößen von Michelstadt habe ich bei den so behandelten Bauteilen bisher noch nicht beobachten können. Vor dem Beschichten mit der grauen Farbe ist der Bootslack unbedingt noch einmal anzuschleifen um eine bessere Haftung des Anstriches zu erzielen. Auch hier benutze ich Lack von OBI. Hier ist es Akryllack auf Wasserbasis. Schon nach dem zweiten Anstrich hat man eine schöne deckende Schicht hergestellt. Um das spätere Landschaftsprofil aufbauen zu können, mussten die offenen Bereiche zwischen Trassenbrett und Rahmen der Modulkästen geschlossen werdeen. Ich benutzte hierfür Styrodur in 20 mm Stärke welches ich mit Baukleber auf den Spanten und dem Rahmen befestigte. Dieses gut mit dem Cutter zu bearbeitende und sehr leichte Material gibt es als Spaltmaterial beim Dachdeckerbedarf. Bevor jedoch die Platten eingebaut werden konnten mussten noch die Beinhalterungen aus dem Fremo-Bauchladen mit 6 x 20 mm Schloßschrauben an den Seitenwangen befestigt werden. Nachdem die Landschaft im groben mit Styrodur oder Styropor aufgebaut wurde, bekam jedes Modul einen ersten Überzug aus Flex-Fliesenkleber (wieder Baumarkt). Dieser hat, anders als Gips, die Eigenschaft, in gewissen Grenzen, wie der Name schon sagt, flexibel zu bleiben. Es entstehen weniger oder gar keine Risse beim Übergang der verschiedenen Materialien am Modulrand. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die bereits schöne grüngraue Farbgebung. Nach dem auftragen der Masse und dem verteilen mit einem Spachtel ist es zweckmäßig, die Fläche noch mit einem sehr nassen Pinsel zu glätten. So kann man die Streifen, die unweigerlich mit dem Spachtel entstehen, egalisieren. Nach diesem ersten Überzug und der feiner entstandenen Modellierung des Geländes war die Fläche nach dem trocknen mit groben Schleifpapier (min. 80er) überzuschleifen. Die beiden Streckenmodule erhielten an einem Ende jeweils zwei der im Fremo eingeführten Wattenscheider Signalschächte damit auf die jeweils unterschiedlichen Einbauorte von Stefanswiesen in den Arrangements reagiert werden kann. Dann kam noch einmal ein zweiter, sehr dünner Überzug mit fast flüssig angerührtem Fliesenkleber. Auch diese Beschichtung war mit einem nassen Pinsel zu bearbeiten. Die so entstehende Schlemme lies eine schöne dichte Oberfläche entstehen. Die wenigen sich dann doch eingestellten Risse wurden mit Ponal Weißleim ausgefüllt. Dieser ist auch nach Jahren noch flexibel fast wie Gummi. Nach dem letztmaligen durchtrocknen bekam die Oberfläche noch einen Überzug mit C1229 Earth Color Liquid von Woodland (Noch 96131). Was die Herstellung der Moduloberfläche bzw. des Geländes angeht, war meine Arbeit mit diesem Ergebnis nunmehr beendet.
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